Pass auf, was Du denkst!


Wir hatten im letzten Jahr auf unserer Dachterrasse Vögel ohne Ende und vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich das harmonische Zusammenleben der Elemente einfach nur gerne zelebriere, aber diesmal waren es der Sylphen Zuviel. Gefüttert habe ich das ganze Jahr über und das lag schon einfach daran, dass ich den Elementen der Lüfte – wie es früher war – oft als Dankbarkeit ein paar Körner geschenkt habe und die Vögel nahmen es dankbar an….


Und so zogen wir Generationen von Spatzen, Meisen und Finken groß, Krähen und Raben holen sich – nicht immer einvernehmlich – ihre Nüsse ab und irgendwie war alles in Ordnung. Bis ich eines Tages krank wurde und leider in einem Geschäft aus der Nähe „aus Not“ Kananrienvogelfutter mitnahm und dann kamen die Tauben.


Taubenpärchen waren auch vorher schon bei uns zu Besuch, aber irgendetwas muss in diesem neuen Futter gewesen sein, was den Rest der Tauben unseres Dorfes einfach anzog und von nun an „war die Bude voll“ und „man“ saß früh schon in Scharen draußen auf dem Zaun, um auf das Fressen zu warten.


Zuerst dachte ich – das geht vorbei – ändere einfach das Futter. Doch weit gefehlt. Sie hatten sich eingerichtet. Und so ging es wochenlang. Ich kam früh raus und Heerscharen von großen und kleinen Vögeln und zahlreiche Tauben stiegen wie wild und durcheinander auf oder klatschten vor Aufregung an unsere Scheiben… und alles, wirklich alles war bekackt, sorry.


Mhh, irgendwann stand ich am Fenster und schaute den wartenden Tauben auf dem Zaun zu und dachte mir, wem oder was dieses reichliche Getümmel hier oben wohl auffällt und das es mir doch ehrlich gesagt… unheimlich und ein bisschen zu viel wird….


Und dies war nur ein heimlicher Gedanke, denn die Energie auf meiner Terrasse war einfach nur gekippt… es stimmte etwas nicht mehr….


Der Gedanke war ganz leise, flüchtig, nur für mich und still und sagte mir: Es ist Zuviel und es muss sich ändern….


Zwei Tage später – Sonntag früh sehe ich noch im Blickwinkel einen großen braunen, schnellen Schatten und draußen ist ein großer, ängstlicher Lärm. Ich sage zu meinem Mann: „Da ist was passiert, die Krähen schreien einfach nur aufgeregt und herzzerreißend.“ Und wie wir nachsehen wollen stürmt einer riesiger Bussard davon. Zurück lässt er eine geschlagene Taube.


Wir waren erschrocken und erstaunt zugleich und zogen uns schnell zurück, denn irgendwie dachten wir, er kommt zurück. Und siehe da… kurze Zeit später saß er in der Kiefer als wäre er bei uns zu Haus, mit einer majestätischen Ruhe und Gelassenheit und dies fast eine viertel Stunde lang.


Für mich war es Erstaunen und Wunder zugleich und ich konnte ihn in Ruhe betrachten. Dann ließ er sich einfach nur herab und holte sich seine Taube….


Nachdenklich habe ich später die vielen Federn zusammengekehrt…
Was soll ich sagen. Wir haben seitdem kaum noch Tauben bei uns. Nur zwei Pärchen, wahrscheinlich „die Alten“ trauen sich wieder her und auch die kleine Vogelschar hat sich deutlich verkleinert.


Sicherlich, ich habe gelesen, das auf den Winter zu nun allein auf einen Piep Matz 26!!!! Futterstellen kommen und wenn ich heute in den Supermarkt gehe dann hat man meist gleich am Eingang das Gefühl, das Vogelfutter ein neues Grundnahrungsmittel ist…
Ich habe einer guten Freundin von dieser Geschichte erzählt. Sie meinte dann nur: „Pass auf, was Du denkst!“


Das hat mich nachdenklich gemacht und manchmal sitze ich einfach nur ganz still, schaue in die Ruhe hinaus und sehe auch oft noch den schnellen dunklen Schatten…


Inspiriert von der "Kooperation mit der Natur" und geschrieben für die Zeitschrift "EinSicht" im Jahr 2012